Strandflieder Badeanzug Bikini nähen Lycra Badelycra

Das brauchst du für den Strandflieder & Was ist eigentlich Lycra?

Es ist fast so weit: In ein paar Tagen geht das Ebook Strandflieder online mit vielen tollen Varianten. Das Besondere am Strandflieder – Badeanzug, Bikini & Tankini – das ist der Volant, der immer wieder anders genäht werden kann: zum Beispiel gerade, in Vokuhila-Form oder in V-Form, doppel- oder einlagig, nur vorne oder komplett rundherum.

Strandflieder Badeanzug Schnittmuster

Aber auch ganz ohne Volant kannst du den Strandflieder nähen – dann bekommt der Schnitt einen schön sportlich-schlichten Look.

Strandflieder Bikini Tankini Schnittmuster

Heute habe ich schon die Materialliste und einige spannende und hoffentlich hilfreiche Infos zum Vernähen von Lycra für dich.

Badeanzug aus Badelycra nähen

Zunächst einmal ein paar Infos zu unserem Hauptmaterial Badelycra:

Der Badeanzug Strandflieder ist für Badelycra konzipiert, also für hochelastischen Stoff aus einer Polyester- oder Polyamid-Elasthan-Mischung. Lycra ist letztendlich nur ein Markenname für Elasthan oder Spandex. Da der Elasthan- (bzw. Lycra-)Anteil in Badeanzugstoffen so hoch ist (meist 18–25 %), bezeichnet man gerne gleich den ganzen Stoff als Lycra.

Den passenden Stoff findest du entweder vor Ort oder online unter Badeanzugstoff, Badelycra, Sportlycra, Lycra oder auch Sport- oder Funktionsjersey (manchmal auch Sport- und Funktionsstoff).

Wenn du dir unsicher bist, ob der Stoff der richtige ist, schau einfach auf die Materialzusammensetzung. Der Stoff sollte zu ca. 75–82 % aus Polyester (mittlerweile häufig auch aus recyceltem Polyester) oder Polyamid bestehen und die restlichen 25–18 % aus Elasthan. Nur ganz selten hat Badelycra auch Baumwollanteile, da die Eigenschaften von Baumwolle eher ungünstig fürs Schwimmen sind.

Der Elasthan- (bzw. Lycra-)Anteil sorgt dafür, dass der Stoff super elastisch ist und die eng anliegende Bademode angenehm zu tragen ist. Polyester oder Polyamid sorgen dafür, dass der Stoff kaum Wasser aufsaugt und schnell trocknet.

Das Gewicht des Stoffes liegt meist zwischen 170 und 250 g/qm. Auch bei Lycra gibt es verschiedene Level an Elastizität. Nicht jeder Lycra fühlt sich gleich an. Wie dehnbar der Stoff letztendlich ist, hängt allerdings nicht nur von Gewicht und Elasthananteil ab, sondern auch von der Art, wie der Stoff gestrickt, gefärbt, bedruckt und nachbehandelt wird.

Achtung: Nicht geeignet für Badeanzüge und Bikinis ist Badehosenstoff. Dieser besteht meist zu 100 % aus Polyester, ist gewebt und nicht dehnbar!

Übrigens gibt es für besonders sonnenempfindliche Kinder auch Badeanzugstoff mit konkreten UV-Schutzangaben, bei denen du genau erfährst, wie hoch der UV-Schutz des Stoffes ist.

Ansonsten gilt das Gleiche wie bei anderer Kleidung auch: Je dicker, je engmaschiger, je blickdichter und je kräftiger bedruckt, umso stärker schützt ein Stoff auch vor UV-Licht. Polyester schützt grundsätzlich besser als Baumwolle. Jeder Badelycra hat also von sich aus schon einen recht guten UV-Schutz, auch wenn der Händler hierzu keine konkreten Angaben macht.

Wo bekommt man guten Badelycra?

  • Astrokatze: Mein Lieblingsbadelycra! Der Lycra ist eher dünn und sehr elastisch, daher besonders komfortabel zu tragen. Ich vernähe ihn schon seit Jahren und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Das Angebot variiert je nach Jahreszeit.
  • Giffels Tanzsport: Tolle Auswahl an unifarbenen Lycras (da empfehle ich die matten Lycras) und Lycras mit Verlauf. Hier findet man auch im Winter eine große Auswahl.
  • Tigerlilly: Hier gibt es ein recht abwechlsungsreiches Sortiment an Badeanzugstoffen, gemustert und auch unifarben.
  • Albstoffe Performance: Eher fester Lycra mit UV-Schutz in bunten Designs.

Sicher findest du auch noch viele weitere tolle Händler für Badelycra, bei einigen Stoffhändlern gibt es auch nur im Frühjahr oder Sommer extra Kollektionen oder Vorbestellungen für Badelycra. Aktuell findest du z. B. hier wunderschöne und besondere Lycras:

Und wieviel Badelycra brauchst du für den Strandflieder?

Der Verbrauch variiert je nach Variante und Größe. Hier siehst du, wieviel Material du für den Badeanzug und den Bikini jeweils brauchst:

Was du sonst noch so benötigst zum Nähen von Badekleidung:

Für Badeanzüge benötigst du immer unbedingt Framilon und/oder Badegummi zur Verstärkung der Kanten, damit diese nicht so schnell ausleiern. Einzig bei vierlagigen (geschlossenen) Einfassungen aus formstabilem Badelycra (z. B. an den Beinausschnitten) kann ggf. auch auf Framilon verzichtet werden. Werden die Kanten jedoch lediglich zusammengenäht oder gesäumt, benötigst du immer Framilon oder Badegummi, damit nichts ausleiert und auch im Wasser noch gut hält.


Framilon (Framilastic) ist transparentes, sehr flaches und chlorresistentes Gummiband –  und somit ideal für Badekleidung. Vielleicht kennst du Framilon schon von anderen Nähprojekten, da man damit auch gut kräuseln kann. Framilastic bekommst du in 6 mm und in 9 mm (manchmal auch 8 mm) Breite.

Welche Breite ideal ist, hängt von deiner individuellen Nahtzugabe ab. Meist verwendet man das 6 mm Band, da es sich gut in Overlocknähten mitführen lässt. Möchtest du die normal genähten Träger mit Framilon statt Badegummi verstärken, ist hier das 9 mm Framilon ideal. Ich selber nehme bei den Trägern und grundsätzlich zum Einfädeln aber eher Badegummi.


Badegummi ist genau wie Framlion chlor- und auch salzwasserresistent. Es ist nicht ganz so flach wie Framilon, dafür in deutlich mehr verschiedenen Breiten verfügbar (gängig sind Breiten zwischen 4 und 20 mm). Es ist meist in hellgrau (fast weiß) oder dunkelgrau erhältlich. Die Stärke 9–10 mm nehme ich gerne, um sie in die breiten Träger einzuziehen und das ganz schmale 4 mm breite Gummiband für die dünnen Spaghettiträger. Aber auch zum Mitführen an den Kanten kannst du natürlich Badegummis statt Framilon verwenden.

Auch wenn du die Badehose mit Bündchen nähst, kannst du dort am besten Badegummi in passender Breite einziehen.

Bauschgarn: Nähst du mit Overlock und/oder Coverlock, ist Bauschgarn für die Greiferfäden ideal, da dieses Garn die Elastizität der Nähte noch weiter erhöht und einen angenehmen Tragekomfort garantiert.

Du brauchst das Garn also nicht unbedingt in den absolut passenden Farben, da man es sowieso nur innen sieht. Nur wenn du dreilagig einfasst oder die Kanten mit Framilon säumst, sieht es besonders hübsch aus, wenn das Bauschgarn der Greiferfäden farblich passend zum Stoff ist, wie hier beim Beinausschnitt. Dort habe ich pinkes Bauschgarn verwendet, das deutlich besser zur orangenen Einfassung passt als weißes Garn. Bauschgarn in vielen Farben findest du z. B. bei Nähpark.

Elastisches Nähgarn: Auch für die normale Nähmaschine gibt es mittlerweile elastisches Nähgarn, z. B. Seraflex. Das ist zwar nicht zwingend nötig, kann aber die Elastizität der Nähte erhöhen. Ansonsten sollte das Nähgarn zum Absteppen unbedingt hochwertiges reißfestes Polyestergarn sein. Ich selber verwende immer reißfestes Garn, das nicht elastisch ist, da meine Nähmaschine dann bessere Nähte macht, das ist aber bei jeder Maschine wieder anders. Auch gutes reißfestes Garn, z.B. von Mettler findest du bei Nähpark.

Maschinen-Nadeln: Als Nähnadeln empfehle ich Stretch oder Super Stretch Nadeln. Hier musst du ggf. schauen, bei welcher Marke und Stärke deine Maschine die besten Ergebnisse erziehlt. Manche Nähmaschinen sind sehr unkompliziert, andere brauchen für Lycra genau die richtige Nadel und genau das richtige Garn um hübsche Ergebnisse zu erzielen. Hier findest du in normalerweise in jedem Stoffgeschäft vor Ort und in Läden die Kurzwaren führen, eine große Auswahl an Nadeln. Online bietet hier Nähpark auch wieder eine große Auswahl.

Zusätzliche Helferlein beim Nähen des Strandflieders oder anderer Badekleidung:

Ich empfehle dir Clips, bzw. Stoffklammern statt Stecknadeln, da Stoffklammern einfach super halten bei Badelycra und Stecknadeln oft nicht so richtig durch den Stoff durch wollen, oder sogar ungewollte Löcher entstehen.

Ggf. hilft Aquafixiermarker oder anderer auswaschbarer Kleber die Stofflagen zu fixieren, wenn sie zu sehr verrutschen wollen.

Und Tools zum Wenden von dünnen Stoffschläuchen erleichtern das Wenden der Träger vom Strandflieder enorm, besonders bei Varianten mit tiefem Rückenausschnitt, da sind die Träger deutlich länger. Ich habe beim Strandflieder das Wende-Tool von Prym verwendet.

Braucht man für das Nähen von Bademode zwingend Overlock und/oder Coverlock?

Definitiv nein! Ich selber besitze auch keine Coverlock, das Absteppen der Nähte und Einfassungen geht auch wunderbar mit der Nähmaschine. Eine Overlock ist natürlich hilfreich, aber im Probenähen haben auch so einige einfach mit der Nähmaschine den gesamten Badeanzug genäht und das hat super geklappt. Hier siehst du z. B. ein Set, das von Michelle von @m_a_i_m_i_n einfach mit der normalen Nähmaschine genäht wurde:

Das sieht doch richtig toll aus, oder?

Welche Einstellungen für die jeweiligen Maschinen zu empfehlen sind, erfährst du dann im Ebook.

Ist es schwieriger, Lycra als Jersey zu vernähen?

Grundsätzlich: Nein. Es gibt allerdings ein paar Unterschiede. Viele Nähmaschinen vernähen Lycra ohne mit der Wimper zu zucken, dann geht das Vernähen richtig leicht von der Hand, bei manchen muss man sich allerdings kurz Zeit nehmen, um die perfekten Einstellungen zu finden. Hilfreiche Tipps dazu findest du im Ebook.

Lycra fühlt sich etwas rutschiger an, daher ist es erstmal vielleicht ungewohnt von der Handhabung. Dafür rollen sich die Kanten von Lycra nicht ein, was das Einfassen und Nähen sogar erleichtert und den großen Vorteil hat, dass man offene Kanten einfach ungesäumt lassen kann. Auch franst und flust nichts beim Nähen. Toll, oder?

Es ist also gar nicht so schwierig, Lycra zu vernähen. Trau dich!

Sobald die Ebooks online sind, findest du sie hier (und in der ersten Woche auch zum Einführungspreis): Ebooks Kinder

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