Kleid mit Stoff- und Mustermix: Tutorial für Stoffreste

Kleid mit Stoff- und Mustermix: Tutorial für Stoffreste

Hast du auch manchmal lange, schmale Stoffreste, die für fast alle Schnittteile zu schmal sind? Bei mir bleiben öfters mal an der Seite meiner Meterware solche Streifen übrig. Eine super einfache Resteverwertung für solche Streifen ist ein Rock oder Kleid mit einem gerafften Bahnenrock.

Wenn Muster und Stoffstruktur es zulassen, kannst du sogar auch Querstreifen mit einbauen und je nach Lust und Laune mit Längsstreifen mischen, da die Dehnungsrichtung beim gerafften Rockteil eher irrelevant ist.

Und auch bei Webware ist es beim gerafften Rockteil egal, ob quer oder längs zum Fadenlauf. Aufpassen musst du eben nur bei Stoff mit besonderer Struktur, da es hier evtl. komisch aussieht, wenn der Stoff gedreht ist.

Ganz einfach ist es, wenn ein gerafftes Rockteil ein Rechteck ist, wie bei den Add-Ons für Mini- und Immergrün. Aber auch bei schwingenden Rockteilen kannst du solche Stoffreste noch verwenden.

Geraffte rechteckige Rockteile:

Nun zeige ich dir erst einmal, wie du die Teile bei rechteckigen Röcken oder Rockteilen verwenden kannst. Ich habe dafür einige Stoffreste von Astrokatze verwendet. Für das Oberteil Leatherlook-Jersey und für das Rockteil Colorblossom-Stoffreste.

Schaue zunächst, welche Länge und welche Gesamtbreite dein Rockteil haben muss. Dann suchst du dir deine Stoffreste in passender Länge heraus und misst die Breite der Teile.

Addiere die Breiten deiner Teile (abzüglich Nahtzugabe) und schaue, wie viele du brauchst, um auf die Gesamtbreite zu kommen.

Das Gute bei gerafften Rockteilen ist, dass es nicht auf ein paar Zentimeter ankommt. Wenn du z. B. 10 cm mehr Stoff unterbringen willst – das ist kein Problem, dann wird das Rockteil einfach noch etwas voluminöser. Fehlen dir 10 cm, sollte das auch kein Problem sein, dann ist es einfach etwas weniger stark gerafft.

Grundsätzlich mache ich es selber immer lieber etwas stärker gerafft, als zu wenig, daher habe ich mir hier die Mindestbreite notiert.

Letztendlich bin ich dann sogar mit 27 cm ordentlich darüber gegangen, aber wenn ich schon Stoffreste verwerte, möchte ich sie dann auch gerne restlos aufbrauchen.

Zwei kurze Stoffstücke habe ich außerdem kurzerhand mit einer Quernaht zusammengefügt. Das fällt dann zwar nicht ganz so schön wie ohne Quernaht, fällt aber insgesamt nicht so auf. Man könnte hier dann z. B. auch noch eine Tasche unterbringen, dann würde die Quernaht direkt gewollt wirken. Ich habe sie bei diesem Kleid dann aber einfach auf der Rückseite versteckt ...

Insgesamt habe ich jetzt 6 Stoffbahnen, 3 mit farbigen Blümchen und 3 mit gelben Blümchen.

Eigentlich waren es bei den gelben Blümchen 2 Stücke, aber das breite Stück habe ich noch einmal geteilt, damit ich immer im Wechsel gelb und bunt vernähen kann. Der Streifen ganz rechts ist quer zum Fadenlauf zugeschnitten.

Wichtig ist mir auch immer, dass die Teile unterschiedliche Breiten haben. Du kannst es aber natürlich auch komplett symmetrisch machen.

Übrigens: Die großen gelben Blümchen sind hier auch wieder quer zum Fadenlauf zugeschnitten.

Nun nähst du alle Stoffstreifen an den Längskanten zusammen.

Ich lege mir dafür die Teile vorab einmal in der richtigen Reihenfolge zurecht, um zu schauen, welche Anordnung ich besonders harmonisch finde.

Dann kannst du Teil für Teil rechts auf rechts annähen. Ich habe hier mit den zwei Teilen links angefangen und nähe denn immer das nächste Teil an, bis ich alle Teile zum Rock zusammenschließen kann.

Hast du alle Teile aneinander genäht, dann schau, wie du das gesamte Rockteil auf vorne und hinten verteilen möchtest. Markiere dann die Seiten mit einem Knips und die vordere und hintere Mitte mit einem Knips.

Es ist möglich, dass Nähte auf die Seitenkanten treffen, muss aber nicht sein. Bei mir trifft z. B. keine Naht auf die Markierungen. Vorne und hinten ist es meist auch eh schöner, wenn die Nähte nicht genau mittig sind, das wirkt dann meist stimmiger, wenn es etwas versetzt ist.

So wie auf folgendem Bild soll mein Vorderteil später aussehen.

Schwingende Rockteile:

Möchtest du die Unterteilungen bei einem schwingendem Rockteil machen, musst du dir das Schnittmuster ggf. mehrfach ausdrucken. Zeichne dir dann zu deinen Stoffresten passende Unterteilungslinien ein. Diese sollten möglichst als Lot, also im rechten Winkel auf Bund- und Saumlinie treffen.

Das Aneinandernähen der Rockteile ist dann beim schwingenden Rockteil identisch.

Nun kannst du nach Anleitung deines gewählten Schnittes weiternähen und das Rockteil säumen und raffen und je nach Schnitt den Rockbund oder das Kleidoberteil annähen.

Fertig!

Hier war aus dem Restekleid ein Lieblings-Osterkleid geworden:

Schnitt ist das Immergrün mit Add-Ons (Varianten: hoch angesetztes gerafftes Rockteil, Flügelärmel, Tropfenausschnitt mit Beleg). Das Immergrün selbst bekommst du als Freebook hier: Freebook Immergrün

Und auch aus Unistoffen lassen sich auf diese Weise tolle Kleider zaubern.

Dieses farbenfrohe Regenbogenkleid mit Blumenkragen ist nach dem Schnitt Pusteblume genäht.

Verwendete Schnitte: Immergrün mit Add-Ons, Pusteblume

Stoffe Mustermix-Kleid: Astrokatze

Zurück zum Blog

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtfelder. Kommentare müssen vor der Veröffentlichung von uns freigegeben werden. Beachte bitte unsere Datenschutzerklärung.