Firlefanz Blog

Mittwochs mag ich Upcycling ...

von Kristina Nockemann am

... und Stoff-Resteverwertung!

Viel zu lange habe ich gar kein richtiges Upcycling mehr betrieben. Wahrscheinlich lag das daran, dass ich in letzter Zeit immer so viel Stoff bestellt habe, dass Upcycling gar nicht nötig war ...

... dabei mag ich Upcyclingprojekte richtig gern. Zum einen find ich es schön, wenn man etwas Altes nicht wegschmeißen muss, sondern noch weiterverwenden kann und zum anderen haben schon getragene Stoffe auch so manche Vorteile. Vor allem bei Jeans finde ich, dass sich die Stoffeigenschaften nach häufigem Tragen eher verbessern (solange sie nicht durchscheuert ;-) ): die Jeans färbt nicht mehr ab, hat eine hübsche Waschung und ist viel geschmeidiger ...

So bin ich nun ganz froh, dass ich endlich mal wieder"ge-upcycelt" habe – und das gleich zweimal: Zum einen habe ich einen alten Strickpulli von mir zu einem Bolero nach dem neuen Schnitt Cara von Rosarosa vernäht und zum anderen habe ich eine alte Jeans meines Schwagers zu einer Pumphose von Antonia Montano verarbeitet.

Die Idee zu diesen Upcycling-Teilchen bekam ich eigentlich durch die ärmellose Elea aus den Betty-Bloom-Resten. Die Tochter hatte nichts Schlichtes im Schrank, was dazu gepasst hätte außer dem beigefarbenen Langarmshirt, das sie (auf den Fotos weiter unten zu sehen) unter der Elea trägt. Das hatte ich ihr vor knapp einem Jahr genäht, doch es wird allmählich arg eng ... und so sind diese Basic-Upcycling-Teile entstanden, die nun wirklich zu fast allem passen.


Das Jäckchen Cara wurde noch im Dezember zusammen mit der Ballontunika Liz (die in einigen Wochen erscheinen wird) probegenäht. Erst war ich mir nicht so sicher, ob ich überhaupt ein Bolero-Jäckchen nähen wollte und dachte zunächst, dass ich nur die Tunika Liz probenähe.

Aber als ich dann die vielen hübschen Beispiele sah, musste ich es doch probieren. Besonders schick fand ich die Varianten aus Strickstoff (obwohl Cara eigentlich in erster Linie für nicht- oder wenig dehnbare Stoffe geeigent ist) und so habe ich meinen alten Pulli (von dem ich schon mal für ein anderes Projekt einen Ärmel abgeschnitten hatte) eine Cara genäht. Allerdings ist meine Cara tatsächlich erst nach dem Probenähen jetzt im Januar entstanden.


Und ich bin echt begeistert. Die sitzt so toll und ist wunderbar kuschelig warm, da Vorder- und Rückteil sogar gefüttert sind (das ist allerdings nur optional).

Nur hinten habe ich mir einen kleinen Schnitzer erlaubt. Eigentlich soll man da in der unteren Mitte Falten legen, aber das hatte ich erst ganz vergessen und nicht bemerkt, weil das untere Bündchen so dehnbar war. Die nachträglich noch hineingemogelten Falten haben dann eher eine komische Nase in den Stoff gezogen ... naja, ich schau drüber hinweg.


Da der glatte Haupt-Pullistoff nicht ganz reichte, habe ich hinten das Bündchen aus dem Rippstoff genäht, der bei meinem Pulli ein Einsatz im Nacken war. Eigentlich finde ich diese Auflockerung ganz hübsch!


Die Ärmel können noch etwas mitwachsen, das find ich immer sehr praktisch. Gesäumt habe ich sie diesmal gar nicht (auch so ein Upcycling-Vorteil) ich habe einfach den Original-Pulli-Rand genommen, der sich so schön aufrollt.


Meine Tochter trägt die Jacke auf jeden Fall ständig, irgendwie hat sie kaum ein anderes Jäckchen, das so schön kuschelig warm ist! Und noch ein Vorteil: Wo weder Reißverschluss noch Knöpfe sind, kann die Tochter auch keine aufmachen!

Ja und den Anlass zu diesem Cara-Jäckchen hatte eben die Elea gegeben. Ich wollte aus den Betty-Bloom-Resten unbedingt noch eine Art Kleidchen nähen, einfach nur aus dem Stoff. Aber irgendwie war es dann dafür doch etwas zu wenig. So hat es nur noch für eine ärmellose Elea gereicht, quasi die im E-Book enthaltene "Sommertop-Variante" als Winter-Tunika (nur in der Weite habe ich eine Nummer größer gewählt, da ja noch etwas Kleidung darunter getragen wird) ...


Auch den Elea Schnitt habe ich zum ersten Mal genäht und bin ganz hin und weg. Am Rücken habe ich aus der Not eine Tugend gemacht: Da hatte ich nicht mehr genug Stoff um ihn im Bruch zuzuschneiden, und so habe ich noch eine Knopfleiste gebastelt, die natürlich auch das An- und Ausziehen erleichtert.



Und ein wenig stolz bin ich schon, dass hinten die Blumen so gut übereinanderpassen. Das ist übrigens kein Zufall ;-)

Da der Stoff ja so knapp war und die Länge wirklich sehr kurz geworden wäre, wenn ich den unten noch gesäumt hätte, habe ich noch eine hübsche Häkelborte angenäht. Das macht echt immer was her, oder?





Tja und dann habe ich halt noch die Pumphose von Antonia Montano dazugenäht. Als die Elea fertig war, wusste ich sofort. Dazu muss ich eine Pumphose nähen.

Nur mit der Passform bin ich jetzt nicht ganz zufrieden (obwohl ich schon so viele gut passende genäht habe, allerdings bisher immer aus dehnbaren Stoffen).

Ich hätte sie oben etwas enger nähen können (ich hatte Sorge, dass sie nicht passt und habe sie dort etwas weiter zugeschnitten). Jetzt fällt sie nicht ganz so schön und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es trotzdem so lasse oder doch noch mal änder ... auf jeden Fall stelle ich euch die Pumphose noch mal genauer in einem anderen Post vor (sonst nimmt dieser hier gar kein Ende mehr). Ein paar Bilder, auf denen man von der Hose noch etwas mehr sieht, sind auf jeden Fall schon geknipst.


Ich wünsche euch noch einen schönen Wochenrest!

Eure
Kristina



Schnitt: Elea und Cara von Rosarosa, Pumphose von Antonia Montano
Stoff: Dehnbarer Bio-Sweat Betty-Bloom von Astrokatze, Lilafarbene Viskosejersey-Reste, Jeans und Strick Upcycling
Verlinkt bei: After Work Sewing, MMI, Kiddikram, Meitlisache, Ich näh Bio, Seasonal Sewing

13 Kommentare

  • yva
    Jan 26, 2016 bei 18:06
    Was für ein wunderschönes Set! Ich finde es toll, wie Du hier mehrmals richtig toll improvisiert hast. So bekommen die ohnehin schon sehr süßen und einzigartigen Sachen noch einen tollen Extrapfiff. Bewundernswert!
    Viele liebe Grüße :)
    Antwort

  • charlie-made
    Jan 21, 2016 bei 19:01

    @charlie-made Haha, da bin ich ja gespannt! :-)

    Antwort

  • unikatUli
    Jan 20, 2016 bei 21:11
    da könnte man meinen: joa, so ein bisschen upcycling kann doch jeder, ist bestimmt nichts Besonderes…
    Pustekuchen!
    Ganz grandios, was du da mal wieder gezaubert hast. Der Bolero sieht wirklich wie gekauft aus (Kompliment!) und die Hose lässt doch auch schon einiges erahnen!
    Aber ganz zuckersüß find ich ja dein Kleidchen mit Häkelborte, perfektem Rücken, Schleifchen und Paspeln. Da hast du dir auch echt Mühe gegeben.
    Chapeau! :-)
    Liebe Grüße,
    Uli
    Antwort

  • Firlefanz
    Jan 20, 2016 bei 19:43

    @Ella Vary Oh ja, manchmal entstehen auf diese Weise die schönsten Teile :-)

    Antwort

  • Firlefanz
    Jan 20, 2016 bei 19:39

    @JoJo undLotta Danke, Steffi :-) Ja, weite Anziehsachen sind bestimmt auch für die Kleinen gemütlicher … Im Moment meckert sie auch immer, wenn ich ihr eher enge oder steife Hosen anziehen möchte … insofern vielleicht gar nicht schlimm, dass die Frida obenrum etwas zu weit geworden ist :-)

    Antwort

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